Träumereien
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 Heyhey...

 

Ich schreibe gerne Geschichten und Kurze Storys, die mir oft in meinem Kopf "herumgeistern".

Ich würde mich über Kommentare oder "Verbesserungsvorschläge" bzw. eure Meinungen freuen.

 

Danke,

 

Eure Nadja :D

Alter: 26
 



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Blog

Monate später...

Einige Monate später saß Anastacia zum wiederholten Male an dem Tisch, den Blick wie so oft zuvor schon in die Ferne gerichtet, in einem kleinen Cafe unweit ihrer Wohnung. Soviel hatte sich verändert. Zu vieles nach ihrem Geschmack. Außer ihrem Äußeren hatten sich ihr Wohnort, ihre Arbeitsstelle und ihr "Beziehungsstatuts" geändert. Ana war so in Gedanken versunken, dass sie den Kellner erst nach einem weiterem Räuspern bemerkte. Erneut fragte er geduldig, was sie trinken wolle. "Einen Cappuccino, bitte." bestellte sie, wie immer das selbe. Der Kellner blickte sie nur neugierig und auch verwundert an. Ana malte sich zum tausendsten Mal aus, wie es ihm seit ihrem Streit ergangen war, aus. Der Streit, der alles veränderte. Der sie voneinander trennte. Jeden Moment, den sie für sich hatte, stellte sie sich die Frage, ob er genauso litt wie sie. Jedes Mal, wenn Ana solche Gedanken hatte, schrieb oder malte sie. Sie konnte und wollte ihn einfach nicht vergessen. Ana seufzte als der Kellner ihr den Cappuccion brachte. Als er sich von ihrem Tisch entfernte, sah sie, wie er den Kopf schüttelte.

 

Luca schüttelte denm Kopf als er zurück zur Theke kam. "Was ist los, Luca?" wollte Erkan wissen, der gerade aus der Umkleide trat und ihn sah. "Siehst du die junge Frau da hinten?" Erkan nickte kurz. "Sie kommt seit ungefähr drei oder vier Wochen hierher, bestellt immer das gleiche, starrt in die Luft, seufzt, malt oder schreibt." Luca zuckte mit den Schultern. "Schon komisch..." murmelte Erkan. Die beiden wurden, durch ein etwas zu laut gerufenes "ich will zahlen!", aus ihren Gedanken gerissen. "Erkan übernimmst du bitte?" fragte Luca. Erkan nickte und ging zu ihrem Tisch. Als er näher kam, schoß ihm ein bekannt vorkommender Duft in die Nase. Jedes Mal, wenn er ir Parfüm roch, zog es ihm fast den Boden unter den Füßen weg. Er versuchte es professionell zu ignorieren. "2,90€ bitte." Sie blickte auf und ihm direkt in die Augen.

 

 

Ana erschrak als sie auf die Uhr blickte. Hastig rief sie etwas zu laut:" Ich will zahlen!" und begann ihre Sachen einzupacken. "2,90€ bitte." vernahm sie eine ihr nur zu vertraute Stimme. Geschickt verbarg Ana ihr Entsetzen und blickte ihm direkt in die Augen. Sie reichte ihm vier Euro und rief, schon im Wegeilen: "Stimmt so." Sie flüchtete regelrecht aus dem Cafe, denn der Kellner war niemand anderer als Erkan. Außer Sichtweite holte Ana tief Luft. In ihrem Kopf rumorte es. "Seit Wochen komme ich fast täglich her und ausgerechnet heute treffe ich ihn. Ob er mich erkannt hat?" fragte sie sich. Immer wieder tauchte sein Gesicht vor ihren Augen auf. Die wenigen Sekunden, die sie ihn angesehen hatte, reichten völlig aus um sich jedes Detail in ihr Gedächtnis zu brennen. Er strahlte eine Traurigkeit aus. Er lächelte zwar, weil es der Job verlangte, doch sein Lächeln erreichte seine Augen nicht.

 

Erkan stand wie versteinert da und sah der jungen Frau nach. In ihm machte sich das Gefühl breit sie zu kennen. Der Geruch, die Bewegungen, ihre Körperhaltung alles schien ihm so vertraut. Er schüttelte den Kopf. Diejenige, die er im Sinne hatte, hasste ihn bestimmt. Und außerdem sah sie anders aus. Soweit er sich an ihr Bild erinnern kann. Je länger es her war, desto verschwommener wurde es. Langsam trottete er zurück hinter die Theke. Einsamkeit und Sehnsucht waren die letzten Monate seine ständigen Begleiter. "Hey, lass dich nicht so hängen. Das war bestimmt nicht deine mysteriöse Anastacia." Luca zog ihren Namen in die Länge. Erkan bereute zum wiederholten Male, ihm von Ana erzählt zu haben. Luca zuckte mit den Schultern, als er Erkans grimmiges Gesicht sah. "Dir ist wirklich nicht mehr zu helfen!"

 

Während ihres Dienstes hatte sie keine Zeit um nach zu denken. Hier fühlte sie sich sicher, wusste was von ihr verlangt wurde. Niemand der ihr Privatleben kannte. Niemand der ihre Vergangenheit kannte. Ana atmete wiederholt tief durch. Hier waren Kinder, die ihre Hilfe benötigten. Nach dem Dienst stand sie ind er Umkleide und betrachtete sich im Spiegel. Sofort fielen ihr einige Narben ins Auge, als sie sich umzog. Danach nahm Ana mit einem Seufzer ihr Handy aus dem Spind. Eine einzige Nachricht von ihrer Schwester Karen. "Bin schwanger und werde heiraten!" Wie immer sehr direkt und kurz gehalten. Da fiel Anas Blick auf den Thread den sie schon lange Zeit alleine führte. Erkan hatte sie einfach blockiert. Wegen eines Bildes... Trotz allem schrieb sie ihm jeden Tag mehrmals, immer in der Hoffnung er würde sie irgendwann entblockieren. Ana versuchte ihm zu erklären, warum und wieso das Bild. Sie hielt ihn immer auf den Laufenden. Schrieb ihm von ihrem Jobwechsel, dem Stadtwechsel, wie sehr sie ihn vermisst. Und fügte jedes Mal in Gedanken hinzu, wie sehr sie sich in ihn verliebt hatte. Ana wischte sich die Tränen, die heiß in ihren Augen brannten, weg. Ihr Blick fiel erneut auf ihr Display. Erst jetzt registrierte sie das heutige Datum. Sein Geburtstag!

 

 Erkan erwachte, ganz entgegen seinen normalen Gewohnheiten, mit den ersten Sonnenstrahlen. Seine Gedanken kreisten, wie in den letzten Wochen auch, nur ums Ana. Immer wieder stellte er sich die Frage, ob er nicht ungerecht zu ihr war. Der Zweifel bestärkte seine Entscheidung, das Herz jedoch protestierte gewaltig. Während er sich langsam anzog, vibrierte sein Handy ohne Unterlass. Gratulation um Gratulation trudelte ein. Doch je mehr er von den Standartgratulationen er las, desto unglücklicher wurde er. "Ich wünsche mir nur, dass du hier wärst Ana..." murmelte er zu sich selbst. Erkan tippte auf den Thread, der seit langer Zeit stumm blieb. "Lass es mir dir erklären. Nur nicht am Telefon." las er bestimmt zum tausendsten Mal. Der dumme Streit. Er blockte sie einfach, weil er wütend war. Zwar bereute er seine Entscheidung sofort, doch war sein Stolz zu sehr verletzt um es wieder rückgängig zu machen. Gerade als er sich die Frage stellte, ob sie an ihn dachte, klingelte es an der Tür. Sein Bruder kam vorbei: "Hey du. Alles Gute zum Geburtstag, Mann." gratulierte ihm sein Bruder und umarmte ihn. "Danke." murmelte Erkan. Gemeinsam machten sie die beiden auf den Weg zur geplanten Familienfeier. Erkan wiederholte in Gedanken seinen einzigen Wunsch.

29.3.17 18:55


Erkan...

Er staunte nicht schlecht, als er am Morgen ihre Frage las. Insgeheim wünschte er sich schon seit Wochen nichts anderes. Als die beiden sich kennengelernt hatten, war Erkan gerade im Prüfungsstress. Schon nach den ersten Gesprächen, spürte er, dass Ana etwas Besonderes war. Doch bemerkte er auch ihr Zögern bei gewissen Fragen. Sie wollte ihn nicht in ihr Innerstes vordringen lassen. Sie vertraute ihm nicht zu 100 Prozent. Vielleicht würde ein Treffen die ändern. In Gedanken versunken arbeitete er weiter und fieberte seinem Feierabend entgegen. Als sie ihm ein Bild von "seiner" Bucht schickte schlug sein Her z wie wild. Erkan schrieb ihr, sie solle ja nicht weglaufen. Er freute sich wahnsinnig auf sie. Und doch waren sie da, die Zweifel. Als er an die Bucht trat, schwitzen seine Hände und er traute seinen Augen kaum. Sie war tatsächlich noch da. Bevor er etwas sagen konnte, drehte sie sich um. Seine Stimme klang nur mehr wie ein Krächzen, als er fragte: "Ana?". Sie trat einen Schritt auf ihn zu und blickte ihm direkt in seine Augen. Ana nickte nur und strahlte von einem Ohr zum anderen. In seiner Benommenheit streckte er ihr eine Hand zur Begrüßung hin, die Ana sichtlich irritiert entgegennahm. Da schüttelte er den Kopf und lachte.

 

 

Als sie in der Bucht auf einem Stein saß und die Sekunden zählte bis er eintraf, spukten sämtliche Szenarien in ihrem Kopf herum. Doch schlagartig änderte sich die Atmosphäre und sie spürte seinen Anwesenheit, obwohl sie keine Schritte vernahm. Ana drehte sich um und strahlte ihn an, als er ihr zur Begrüßung nur die Hand reichte. Irritiert griff sie danach und schüttelte sie die Hand. Er lachte und zog sie mit einem Mal an sich und drückte sie. Ana lachte, um ihre Verwirrtheit zu kaschieren, und plötzlich stiegen ihr Tränen in die Augen. Ja, sie war trotz allem - allem das sie erlebt hat - noch in der Lage sich zu verlieben. Sie drückte Erkan ganz fest und atmete seinen Duft ein. Kein Parfüm stellte sie fest...nur er selbst. Eine einzelne Träne suchte sich ihren Weg über Anas Wange. Sie unterdrückte ein Schluchzen.

 

 

Er zog sie einfach in seine Arme. Seine Freude war unbeschreiblich groß. Wie sehr hatte er die letzten Wochen darauf gewartet. Da spürte er an seiner Brust einen Schluchzer. Als er sich von Ana löste, sah er Tränen in ihren Augen glitzern. "Na, bin ich so zum Heulen?" grinste er. Sie schüttelte den Kopf. "Nein. Ich bin glücklich oder nein, ich hab mir das so sehr gewünscht." schniefte sie. Erkan nahm ihre Hand, die sich perfekt in seine schmiegte. Er zog sie zu einer Parkbank und sie direkt auf seinen Schoß. In ihm kribbelte es. Er widerstand dem Drang sie zu umarmen nicht. Auch er war glücklich. So glücklich wie nie zuvor. "Ana?" durchbrach er die nicht unangenehme Stille. "Ja?" Sie blickte ihm direkt in die Augen. Es war fast so als würde sie in seine Seele blicken. Gänsehaut breitete sich auf seinem Körper aus. "Warum?" Sie zog eine Augenbraue hoch. "Du lachst nicht?" "Niemals."

 

 

Als er sie auf seinen Schoß manövrierte, stand ihre Welt mit einem Mal still. Sie genoss seine Nähe und seine Umarmung. Als Erkan Ana nach dem Warum fragte, wusste sie sofort, was er wissen wollte. Mit einem Mal kam sie sich dumm vor. Ana stotterte kurz herum. "Naja...ich weiß auch nicht..." "Komm schon. Raus mit der Sprache." "Neugier und vor allem Sehnsucht." Sie holte tief Luft. Der dritte Grund, nämlich dass sie sich verliebt hatte, blieb vorerst ihr Geheimnis. Ana sah ihn an. "Willst du hier Wurzeln schlagen?"

 

 

Die Erklärung stimmte ihn nicht einmal im Ansatz zufrieden. Insgeheim war er schon seit Wochen in sie verliebt. Nur würde das seine Sache bleiben. Sie war in seinen Augen perfekt. Schließlich brachen die beiden in die Stadt auf. Er zeigte ihr einige seiner Lieblingsplätze und die Aussicht auf seine Stadt. "Ich hatte vieles anders in Erinnerung." flüsterte sie. Er nickte kurz. "Jedes Jahr wird umgebaut, neu gebaut und vergrößert." Die Zeit verging wie im Flug und der Abend brach an und er musste zu seinem Zweitjob. Der Abschied fiel beiden nicht leicht. Ein flüchtiger Kuss. "Bis bald." sagte sie und wirkte tatsächlich geknickt. Erkan nickte kurz. Als sie im Auto saß und die Rücklichter in seinem Blickfeld immer kleiner wurden, bis sie schließlich ganz verschwanden, flüsterte er: "Ich hab mich in die verliebt, Ana..."

 

 

29.3.17 12:51


Ana...

Schon seit Kindertagen waren Anastacia und Erkan unzertrennlich. Beste Freunde vom ersten Augenblick an. Doch schon nach kurzer Zeit trennten sich ihre Wege wieder. Anas Dad bekam einen Job in einem anderen Bundesland. So verlor sich der Kontakt nach nicht allzu langer Zeit. Hin- und wieder, später im Teenageralter und auch als fast Erwachsene, stellten sie sich die Frage, was aus dem jeweils anderen geworden war. Doch jedes Mal verlief der Gedanke in einen anderen und die Frage blieb unbeantwortet.

 

Ein halbes Jahr schrieben Ana und Erkan nun miteinander. Kennengelernt hatten sich die beiden, wie sollte es in dieser Zeit schon sein, im Internet. Zu Anfang nur öder und einfallsloser Smalltalk, stellten die Zwei bald fest, dass sie auch viele Gemeinsamkeiten hatten. Somit wurden die Gespräche länger und auch tiefgründiger. Damals, zu dem Zeitpunkt der ersten Nachrichten, steckten beide irgendwie in einer Lebenskrise. Doch mittlerweile standen sie wieder mit beiden Beinen im Leben.

 

Als Ana am Freitagmorgen von ihrem letzten Nachtdienst nach Hause kam, übermannte sie das schreckliche Verlangen nach ihm. Ihn endlich zu sehen. Die Chancen waren zu oft ungenützt geblieben. „Duu?“ texte sie ihm schließlich. Prompt kam seine Antwort: „Jaa?“ „Ich hab da mal ne Frage. Darf ich?“ „Klar“ „Findest du nicht auch, dass es endlich Zeit wäre um uns zu treffen?“ nervös knabberte sie an ihrer Lippe. Sie hörte ihr Blut in den Ohren rauschen und sofort plagten sie erste Zweifel. So selbstbewusst sie nach außen hin auch zu scheinen vermag, umso selbstkritischer, zerbrechlicher und unsicher war sie in ihrem Innersten. Gerade als sie ins Bett gehen wollte, summte ihr Handy. „Ana?“ Beim Klang seiner Stimme bekam Ana eine Gänsehaut. „Ja?“ „Klar, wäre es an der Zeit. Du weißt wie ich darüber denke, Süße.“ Ana stiegen die Tränen in die Augen. Da fragte er sie: „Wann?“ Sie schluckte. "Am allerbesten sofort." Erkan lachte: "Ich arbeite, Ana. Geht's danach auch noch?" Jetzt lachte auch sie: "Klar. Ich brauche knapp 2 1/2 Stunden zu dir." "Und wo?" "Wenn ich da bin, schicke ich dir ein Bild." "Ana, fahr bitte vorsichtig." "Ganz sicher." Die ganze Fahrt über war sie nervös. Eine halbe Stunde vor seinen Arbeitsende ging sie zu einer Bucht und knipste ein Foto, das sie Erkan schickte. "Ah Ana, ich weiß wo du bist. Nicht weglaufen!" Sie lachte. Nein, weglaufen kam jetzt nicht mehr in Frage.

15.3.17 12:20





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